Ein neuer Wind aus den USA

Der Wahlkampf blieb bis zum Schluss spannend, wenngleich sich doch ein klarer Favorit abzeichnen konnte. Das erste Mal in der langen Geschichte der Vereinigten Staaten steht ein farbiger Präsident an der Spitze des Landes. Ist dies das Zeichen für einen weit reichenden Wandel nicht nur in den Köpfen der Menschen sondern auch in der Politik, die von diesem Giganten unter den Staaten praktiziert wird? Die Hoffnungen, die auf den neuen Präsidenten gesetzt werden, sind groß. Nicht zuletzt wegen der allerorts immer deutlich zu spürenden Wirtschafts- und Finanzkrise.

Die Töne, die aus dem Weißen Haus kommen, haben vielfach eine ganz neue Klangrichtung bekommen. Versöhnlicher, diplomatischer, die Manieren eines Cowboys, der seine Herde mit fester Hand im Griff hat, gehören der Vergangenheit an. Doch kaum hat der neue Präsident sein Amt übernommen, macht er unmissverständlich klar, dass er auch den anderen Staaten so einiges abverlangen wird. Und mag die Tinte, mit der er seine ersten Unterschriften getätigt hat, noch nicht einmal richtig getrocknet sein, sorgt genau diese Forderung schon für erste Streitigkeiten unter den deutschen Politikern.

Zugleich sorgt der amtierende Präsident für einen politischen Frühling bei den internationalen Beziehungen. Bei der 45. Sicherheitskonferenz, die in München stattfand, waren 350 hochrangige Vertreter aus mehr als 50 Ländern vertreten. In vielen Fällen schmückten die bunten Trachten der unterschiedlichen Länder die Szenerie.

Vieles muss sich in der nächsten Zukunft ändern, dazu gehört auch eine gemeinsame Zusammenarbeit in Punkto Umwelt- und Klimaschutz. Längst stehen die Alarmzeichen, die den Klimawandel betreffen, auf Rot. Aber auch bei den außenpolitischen Beziehungen gibt es viel Handlungsbedarf. Ein erster Schritt seitens der USA bestand darin, sich mit dem Guantanamo-Problem näher zu befassen.

Die globale Wirtschaftskrise, die immer größere Kreise zu ziehen droht, ist eine weitere „Baustelle“, die auch von Seiten der Amerikaner bearbeitet werden will und muss. Im Zuge dieser Krise lassen sich viele Möglichkeiten zu effektiven Veränderungen schaffen. Das Konjunkturprogramm, das von der amerikanischen Regierung beschlossen wurde, ist gigantisch in seinen Ausmaßen. Eigentlicher Nutznießer ist verständlicherweise die USA. In wie weit sich das auch positiv auf die deutsche Wirtschaft auswirken kann, wird sich in nächster Zukunft noch beweisen müssen. Die Deutschen sind in Punkto Nutzung von Wind-, Sonnen- und Wasserkraft führend. Da der amerikanische Präsident plant, zukünftig große Summen in genau diese Formen der Energiegewinnung zu investieren, können die deutschen Firmen, die in diesem Bereich angesiedelt sind, einigermaßen positiv in die Zukunft blicken und davon profitieren.

Es weht ein neuer Wind aus Richtung Amerika. Auch wenn vieles noch im Ungewissen liegt und sich die neue Regierung des Giganten erst noch beweisen muss, so scheint doch ein neuer Weg eingeschlagen worden zu sein. Dies zeigte sich ebenfalls auf der Sicherheitskonferenz in München. Um bei dem Bild mit den vielen noch offenen Baustellen für Amerika zu bleiben, bedarf es der Schlagung von Brücken in den Nahen Osten, die von dem Vorgänger des amtierenden Präsidenten doch vielfach abgebrochen wurden

„Die Feder ist stärker als das Schwert.“ So besagt es ein altes Sprichwort. Sicherlich gehört ein gewisses Säbelrasseln zum Handwerkszeug einer Staatsführung, dies gilt vor allem dann, wenn es sich um einen Staat wie die USA handelt. Auf der anderen Seite sollte aber derjenige, der es so prächtig versteht, mit seinem Säbel beeindruckend zu rasseln, in der Lage sein, Konflikte so weit wie möglich auf diplomatischem Wege zu lösen.

Die Situation für den neuen Präsidenten ist nicht einfach. In wirtschaftlich äußerst schwierigen Zeiten gilt es, nicht nur Schadensbegrenzung zu betreiben, sondern ein ganzes System umzukrempeln und vieles neu zu strukturieren, um auf diese Weise eine Verbesserung der wirtschaftlichen Situation des Landes und auch der Menschen zu sorgen. Sicher lassen sich viele dieser anstehenden Probleme nicht von heute auf morgen lösen.