Mit Fincas auf Mallorca Geld verdienen war einmal

Wer an Mallorca denkt, denkt auf jeden Fall zunächst einmal an Urlaub. Mittelmeer, Sonne, Wassersport: Das sind die ersten Impressionen, die man im Kopf hat, wenn man von den balearen spricht. Auch der Ballermann ist nicht aus den Gedanken zu bekommen, ebenso wie die vielen Schlagerlieder, die in den Partynächten auf der Ferieninsel immer und immer wieder erklingen. Sangria, leckere, maritime Küche und Disco, nebst Strandbars und tollen Hotelanlagen sind selbstverständlich. Auch die Fincas auf der Insel sind bekannt und beliebt bei vielen Touristen, die Jahr für Jahr ihre Ferien auf „Malle“ verbracht haben. Viele Menschen haben sich aus eben diesem Grund eine eigene Finca auf der Insel gekauft, zum Teil mit einer Menge Schulden. Man konnte sich ja ruhig mit dem Kredit etwas aus dem Fenster lehnen, denn immerhin konnte man die Fincas ja in der Zeit, in der man sie selbst nicht nutzte, weiter vermieten und damit einen großen Teil der Kosten wieder herein wirtschaften. Dieser Plan geht heute nur noch bedingt auf, wie man in diesem Bericht nachlesen kann.

Ein Blick ins Netz zeigt, dass es auch heute noch schöne Ferienhäuser auf Mallorca zum Mieten, aber auch zum Kauf gibt. Toll eingerichtete Fincas findet man hier. Mallorca lebt nach wie vor von den vielen Touristen, die sich immer wieder gerne auf der Insel einfinden. Allerdings ist diese Zahl auch zurückgegangen. Erste Probleme auf dem mallorquinischen Immobilienmarkt stellten die Beteiligten schon 2008 fest. Die beginnende Wirtschaftskrise im letzten Jahr brachte dann die ersten Menschen an den Rand des Ruins. Eine Besserung ist im Moment nicht absehbar, weswegen auch schon einige Objekte zur Zwangsversteigerung stehen. Die Kredite, die von den Banken einst so leicht zu bekommen waren, können nicht mehr bedient werden. Natürlich fordern die Geldinstitute aber ihren Tribut und kennen auch kein Mitleid. Was können sie schließlich für die rückläufigen Buchungen, die eine Vermietung schwierig machen, oder die Arbeitslosigkeit des Kreditnehmers? Die Bank will nur eines: Das entliehene Geld zurück. Dass damit zum Teil auch junge Menschen vor dem finanziellen Aus stehen, ist eine Nebensache. Der Lauf der Dinge, ein Zeichen der Zeit.

Eigentlich ist es doch kein schlechtes Konzept, das sich die Immobilienbesitzer auf Mallorca da ausgedacht haben. Man kauft eine Finca, nutzt sie selbst, um Urlaub zu machen. Das gesparte Geld deckt schon einen Teil der jährlichen Kosten ab. Den Rest finanziert man durch die Einnahmen, die man durch die Finca macht. Da muss doch normalerweise sogar noch etwas überbleiben, was man auf die hohe Kante legen kann. Doch schon ein Jahr mit schlechter Vermietungsfrequenz reicht aus, um dieses Konzept ins Wanken zu bringen, wie hier nachzulesen: www.welt.de/finanzen/article3541451/Auf-Mallorca-kommen-die-Fincas-unter-den-Hammer.html. Die Folge ist, dass die Raten nicht mehr bezahlt werden können, die Kredite gekündigt werden und sich ein Gerichtsvollzieher um die Versteigerung der Immobilien kümmern muss. Für die, die den Traum vom Geldverdienen mit einer Finca auf Mallorca ausgeträumt haben, bedeutet dies einen Neuanfang, der unter Umständen gar nicht so leicht ist.

Nicht selten versuchen Menschen auch, dem Alltag in Deutschland zu entfliehen, um auf Mallorca einfach nur ein neues Glück zu versuchen. Aussteiger sind oft an den Stränden anzutreffen. Allerdings erholen sie sich nicht, wie eigentlich geplant, vom Arbeitstag, zum Beispiel im eigenen Restaurant, sondern sie betteln um einige Cent, um wenigstens etwas zu Essen zu bekommen. Solche und andere Geschichten über das zweite Gesicht der Insel sind auch in Drehbüchern für Fernsehproduktionen zu finden, zum Beispiel in der Serie „Mallorca – Suche nach dem Paradies“. Geschichten über die Licht- und  Schattenseiten, über die Hölle und das Paradies Mallorca werden hier behandelt. Einen Überblick über die Handlung bekommt man auf de.wikipedia.org/wiki/Mallorca_–_Suche_nach_dem_Paradies.